Wie man in den Bergen fährt
Profi-E-Biker Richard Gasperotti erzählt, welche Fehler E-Biker in den tschechischen Bergen am häufigsten machen.
1. Lass Fußgängern den Vortritt
Wenn du im Wald Fußgängern begegnest, bremse ab und werde langsamer, ruhig bis auf Schritttempo. Das kostet dich ein, zwei Sekunden. Du verpasst nichts. „Grüß freundlich und sorg für einen guten Ruf, nicht nur für dich, sondern für alle E-Biker. Wenn du von hinten kommst, mach dich bemerkbar, du willst sie ja nicht erschrecken, oder?“, sagt Profi-E-Biker und Bosch eBike Systems-Botschafter Richard Gasperotti.
2. Fahr nur dort, wo du darfst
Der E-Antrieb vergrößert deinen Radius. Plötzlich kommst du auch dorthin, wo du normalerweise nicht hinkämst. Aber darfst du da überhaupt fahren? In jedem Land gelten eigene Einschränkungen zum Schutz von Naturdenkmälern, Schutzgebieten und Naturreservaten, und oft gilt ein striktes Betretungs- und Fahrverbot, das nicht nur für Kraftfahrzeuge gilt, sondern auch für Fahrräder und E-Bikes. Check deine Route vorher, bevor du an einem Ort landest, an dem Räder (und E-Bikes) verboten sind.
3. Plane deine Route mit Blick auf die Reichweite
Die meisten, die ein E-Bike kaufen wollen, fragen nach der Reichweite. Niemand will schließlich weit weg von zu Hause mit leerem Akku stranden, oder? Die Reichweite hängt nicht nur von der Akkukapazität ab, sondern von vielen weiteren Faktoren. Am meisten zählt die gewählte Unterstützungsstufe. Im sanften ECO-Modus ziehst du die Energie langsam aus dem Akku, im TURBO siehst du den Verbrauch quasi live. Außerdem spielen dein Gewicht eine Rolle, wie viel du bergauf fährst, wie stark deine Reifen aufgepumpt sind und wie du schaltest. Wichtig ist, dass du dein E-Bike kennenlernst, ein Gefühl dafür bekommst und nach deiner eigenen Erfahrung planst.
Wer einen Antrieb von Bosch eBike Systems fährt, kann die Tour mit Range Control so planen, dass die Energie bis ins Ziel reicht. „Moderne Ladegeräte sind kompakt und leicht, die kannst du problemlos in den Rucksack packen. So musst du unterwegs keine Ladestationen suchen, eine normale 230-V-Steckdose, zum Beispiel in einem Imbiss, reicht völlig“, rät Richard Gasperotti.
4. Denk an die Abfahrt
Überschätz dich auch bei den Höhenmetern nicht. Dank E-Unterstützung schaffen es auch weniger erfahrene Fahrer auf die Bergkämme, und dann fehlt ihnen die Technik für eine sichere und problemlose Abfahrt zurück ins Tal. Schau immer, ob du es auch wieder runter schaffst!
5. Lerne, mit beiden Bremsen zu bremsen
Auf der Ebene merkst du es nicht, aber im Gelände, vor allem bergab, ist die Bremstechnik entscheidend. „Die Hinterradbremse verlangsamt, aber die Vorderradbremse liefert bis zu 70 % der Bremskraft. Wenn du sie aber ruckartig und im falschen Moment ziehst, kann das mit einem Überschlag enden. Lerne, sanft zu bremsen, mit beiden Bremsen gleichzeitig und vor allem rechtzeitig“, erklärt Gasperotti. Wenn du effektiv und trotzdem sicher bremsen willst, hol dir ein E-Bike mit modernem ABS-Bremsassistenten. Er verteilt die Bremskraft auf beide Räder und verhindert, dass sie blockieren, was fast immer zum Rutschen und dann zum Sturz führt.
6. Vergiss nicht einzupacken
Check vor jeder Fahrt, ob Akku und Handy geladen sind und ob du Wasser oder zumindest eine Trinkflasche dabeihast.
„Speichere dir die tschechische Nummer der Bergwacht 1210 ins Handy und lade dir die App Záchranka herunter“, rät Richard Gasperotti.
„Neben Essen und Licht sollte in deinem Rucksack auch eine faltbare Alu-Rettungsdecke nicht fehlen. Sie wiegt fast nichts und braucht keinen Platz, kann aber einen Verletzten warm halten oder dir im Notfall helfen, wenn du in den Bergen im Regen oder über Nacht festsitzt“, ergänzt Gaspi.
Plane deine Route



















