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Wie bremst man?

Haben Sie Angst, dass Sie nicht rechtzeitig zum Stehen kommen oder beim Bremsen stürzen? Damit es dazu nicht kommt, müssen die Bremshebel richtig eingestellt sein und Sie müssen mit dem Gleichgewicht Ihres Körpers arbeiten. Der professionelle E-Biker und Botschafter von Bosch eBike Systems Richard Gasperotti zählt die häufigsten Fehler auf, die Radfahrer beim Bremsen mit dem E-Bike machen, und verrät Tipps, wie man sie behebt.

1. Stellen Sie die Höhe Ihrer Bremshebel ein

Wenn Sie gut bremsen wollen, müssen Sie das Werkzeug, mit dem Sie das Bremsen auslösen, griffbereit haben, also die Bremshebel. Überraschend viele Menschen setzen sich auf das Rad, so wie es aus der Werkstatt kommt, und kümmern sich höchstens um die Sattelhöhe. Dabei bestimmt die Stellung der Hebel am Lenker, wie schnell Sie auf eine Situation reagieren können.

Sind die Hebel zu hoch, müssen Sie beim Bremsen die Handgelenke „abknicken“. Sind sie hingegen zu tief, kommen Sie schlechter an sie heran und verlieren beim Bremsen wertvolle Zeit. In beiden Fällen verlieren Sie außerdem die Kontrolle über den Lenker und damit über das ganze Rad.

Richtig eingestellt sind die Hebel dann, wenn die auf den Hebeln liegenden Zeigefinger mit dem Unterarm eine gerade Linie bilden.

2. Nutzen Sie beide Bremsen gleichzeitig

Gebremst wird mit einem Finger, der am Ende des Hebels liegt, wo der Hebel den längsten Weg hat. Dadurch können Sie das Bremsen feinfühlig dosieren und die Hebelwirkung voll ausnutzen.

Manche Leute haben Angst, dass sie bei Benutzung der Vorderradbremse über den Lenker fliegen, und lassen sie deshalb lieber weg. Das ist ein riesiger Fehler, denn beim Bremsen nur mit der Hinterradbremse kann sich der Bremsweg um 150 bis 200 % verlängern.

3. Setzen Sie den Fuß richtig auf das Pedal und arbeiten Sie mit dem Gleichgewicht

Wie effektiv Sie die Kraft der Bremsen nutzen, hängt auch von Ihrer Haltung auf dem Rad ab. Es beginnt mit der richtigen Fußposition auf dem Pedal und endet mit der Körperhaltung.

Der Fuß sollte so auf dem Pedal stehen, dass die Pedalachse unter dem Großzehengelenk verläuft, also ungefähr zwischen dem ersten und dem zweiten Drittel des Fußes.

Ihr Körperschwerpunkt sollte sich über dem Oberrohr befinden. Idealerweise sitzen Sie beim intensiven Bremsen nicht auf dem Sattel, sondern halten den Körper leicht geduckt über dem Rahmen.

Ein häufiger Fehler ist, dass Menschen beim Bremsen aus Angst, über den Lenker zu fliegen, den Schwerpunkt hinter den Sattel verlagern. Damit verringern sie jedoch deutlich die Wirksamkeit der Vorderradbremse und erhöhen gleichzeitig das Risiko, dass das Hinterrad ausbricht. Wenn sie das Vorderrad auf diese Weise in der Kurve entlasten – und sei sie auch nur leicht –, verlieren sie leicht die Traktion und schmieren weg, was fast immer zu einem schnellen Sturz führt.

4. Nutzen Sie das ABS

Diesen Vorteil können E-Bike-Fahrer nutzen, für die das Unternehmen Bosch eBike Systems ein System entwickelt hat, das dem ABS-Bremsassistenten aus Autos und Motorrädern entspricht.

E-Bikes sind wegen Motor und Akku schwerer als klassische Fahrräder, und das höhere Gewicht verlängert natürlich den Bremsweg. ABS verhindert das Blockieren der Räder bei starkem Bremsen und kann laut Hersteller bis zu 30 % der Stürze verhindern. Gleichzeitig hilft es, einen Überschlag über das Vorderrad zu verhindern.

Fahrer mit ABS können daher intensiv und sicherer bremsen, ohne sich vor dem Wegrutschen fürchten zu müssen.

5. Halten Sie die Bremsanlage in perfektem Zustand

Dass die Bremsen in Ordnung sein müssen, ist selbstverständlich. Ich empfehle, das Rad vor Beginn jeder Saison überprüfen und einstellen zu lassen, und zwar in einer guten Fahrradwerkstatt.

Das häufigste Problem bei den heute am weitesten verbreiteten Scheibenbremsen sind abgefahrene Bremsbeläge. Dass sie ausgetauscht werden müssen, erkennen Sie nicht nur an der extremen Situation, in der von den Scheiben die Funken fliegen, denn das ist wirklich schon ein kritischer Zustand. Oft genügt es, wenn sie beim Bremsen ein metallisches Geräusch von sich geben.

Neue Beläge sind nicht teuer, und ihren Austausch schaffen die meisten Radfahrer nach Anleitung. Bei E-Bikes empfiehlt es sich, den Zustand der Beläge häufiger zu kontrollieren, weil es aufgrund des höheren Gewichts zu schnellerem Verschleiß kommt.